Grip

Tipps zu den Griffarten der verschiedenen Disc Golf Wurfarten

Es gibt viele Arten, eine Disc zu halten, sodaß man gar nicht sagen kann, ob Spieler A die Disc "richtiger" hält als Spieler B - das Ganze hat sehr viel mit persönlichen Präferenzen und anatomischer Form der Hand / Fingerlänge zu tun.

Es gibt aber grundsätzliche Arten, an denen man sich orientieren kann.
Ich persönlich finde, dass man die Disc nicht zu leicht und nicht zu fest halten soll. Ich behaupte, dass die Disc nur gerade so fest gehalten werden sollte, sodass sie einem nicht gleich aus der Hand genommen werden kann, aber sonst locker. Grund: so ist dein Handgelenk noch beweglich genug, um der Disc den nötigen Spin mitgeben zu können. Außerdem läufst du sonst Gefahr, die Disc nicht mit deinem ganzen Körper, sondern nur mit deinem Arm werfen zu wollen.
Auch wenn du die Disc eher locker hältst, so wirst du sie richtigen Moment, nämlich kurz vorm Verlassen der Hand, unbewusst umso stärker greifen!
Ein angespannter Arm-Muskel verhindert beim Drive Weite und im Übrigen auch beim Putten Genauigkeit.

Deshalb nimm die Disc mal locker, aber stabil in die Hand und versuche nun, ob du sie komfortabel jederzeit fest greifen könntest. Probiere mehrere Varianten aus und greife fest, dann lass wieder locker, dann wieder fest, bis es sich für dich gut anfühlt. Das fühlt sich dann in etwa so an, als ob deine Hand mit der Disc verschmilzt. Das ist dann dein Grip. Für den Wurf selber lass wieder locker.

Wie du deine Finger auf der Innenseite des Rim platzierst (also mit den Fingerspitzen oder den Fingerpads) oder wie genau du den Daumen auf der Platte platzierst (flach drauflegen oder aufgestellt Druck ausüben) hat sehr viel mit deinen Vorlieben zu tun. Teste dich einfach durch (dafür ist so ein Netz ganz sinnvoll: http://letyour.putterfly.at/2015/07/easy-driving-training.html). 




Der Grip sollte sich jedenfalls gut anfühlen, nicht krampfig oder gar schmerzhaft sein.
Die Disc sollte ohne Anspannung stabil in der Hand liegen und nicht wabbeln. Man sollte sie dir nicht einfach so wegnehmen können - ohne dass du die Disc fest packst.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem Daumen, dem Rip-Finger und den Lock-Fingern.
Der Rip-Finger ist bei Backhandwürfen der Zeigefinger, die restlichen sind die Lockfinger.
Über den Rip-Finger findet der Pivot statt - deshalb sollte auch der Anpressdruck zwischen Daumen und Ripfinger sein. Die Lockfinger halten die Disc (locker) in Position.

Für Interessierte - im Detail sieht das ganze so aus:
Die Lockfinger halten die Disc in Position, bis diesen die Disc durch das Drehmoment entrissen wird. Nachdem die Disc den Lockfingern entglitten ist, bleibt sie am Rip-Finger hängen und bekommt deshalb sehr viel Spin (allerdings nur wenn das Handgelenk nicht blockiert), bis sie auch diesem entrissen wird.

So, und nun zu den Varianten, veranschaulicht mit einen Speed 9 Driver (+Innova Roadrunner)

Powergrip

Für Drives.
Versuche, so viele Finger wie möglich unter den Rim zu bekommen. Solltest du allerdings längere Finger haben, so spiele dich etwas mit dem Grip, bis es sich gut anfühlt, und lasse eventuell gar den kleinen Finger weg oder staple ein paar Finger übereinander.
Hier gilt: was funktioniert, gibt dir Recht.

Die Disc nehmen:
Ich nehme die Disc gerne zwischen meinen Rip-Finger und dem Daumen, und greife dann mit den weiteren Fingern nach. Dazu lege ich die Disc in etwa entlang der Lebenslinie. Dann greifen die Finger den Rim, je nach Fingerlänge geordnet oder gern auch etwas übergreifend - je nachdem wie deine Hand gebaut ist.


  

Daumenpositionen: die mittlere Variante, also dort wo der Rim auf die Flugplatte trifft, ist zu bevorzugen

Fangrip

fürs Putten und mehr Kontrolle.
Manche können genauer werfen, wenn sie den Zeigefinger auf der Außenseite des Rims ausgestreckt legen, doch bei meinem Fangrip ist der Zeigefinger auch wieder innerhalb des Rims, ähnlich wie als Rip-Finger. Beim Putten geht es ums Gefühl. Natürlich soll die Disc stabil gehalten werden, aber nicht mit Anspannung.
Beim Release öffnet man dann die Hand so als ob man jemandem die Hand zum Gruß hinstreckt und schiebt dadurch ein wenig auf der Unterseite der Flugplatte an und verleiht der Disc so den Spin.

Midrange-Discs werden oft mit einer Mischung aus Powergrip und Fangrip gegriffen - jedoch wieder mit dem Zeigefinger als Rip-Finger.





Sidearm- & Tomahawk-Grip 

Dieser Grip (vor allem die untere Version) wird für den Sidearm, aber auch für den Tomahawk verwendet.
Der Tomahawk ist ein Überkopfwurf. Der Spin wird bei beiden Varianten mit dem Mittelfinger generiert.


Thumber-Grip

Der Thumber ist, wie der Tomahawk, ein Überkopfwurf, genauer gesagt ist er die gespiegelte Version dessen. Bei diesen Überkopfwürfen wirft man die Disc fast wie einen Stein (die Disc ist im Lot zum Boden aufgestellt).
Beim Thumber hält man die Disc fast wie eine Pistole.
Durch diesen Grip dreht sich die Disc im Flug auf den Rücken und landet dann auf ihrer Flugplatte, also verkehrt.


Wenn du noch Fragen zum Thema Grip hast, schreibe einfach eine Anfrage an Putterfly Disc Golf.